Die Wiederentdeckung des Grubenkrautes
Kraut war viele Jahrhunderte als Wintergemüse ein überlebenswichtiger Bestandteil der bäuerlichen Ernährung. Das am bäuerlichen Krautacker kultivierte Weißkraut wurde auf vielen Höfen der Region in Krautgruben milchsauer vergoren. Zum Unterschied vom Sauerkraut wurden hier die Köpfe im Ganzen konserviert. Als historische Verbreitungsgebiete sind in der Steiermark lediglich die Bereiche Fischbacher Alpen/Joglland und die Weststeiermark rund um Stainz genannt. Grubenkraut wurde für den Eigengebrauch produziert. Der Strukturwandel in der Landwirtschaft, das durch steigendem Wohlstand veränderte Nahrungsverhalten und die einfachere und weniger arbeitsintensive Herstellung von Sauerkraut führten in den 1930er Jahren und weiters in den Nachkriegsjahren zum Verschwinden des Grubenkrautes.
Mit dem Projekt von Frau Mag. Waltraud Froihofer aus Fischbach wird das Grubenkraut wiederentdeckt, Kraut wird nicht nur als gesundheitlich wertvolles Nahrungsmittel, sondern auch abseits seines „Beilagencharakters" auch als eigenständige Spezialität etabliert. Die Krautköpfe wachsen in klimatisch rauen Lagen - auf 900 bis 1000 Meter Seehöhe, wobei bei der Produktion die Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt eine wichtige Rolle spielt. Daher wird darauf geachtet, dass für das Grubenkraut vorwiegend alte, regional bewährte, extensive Sorten, welche samenfest sind und direkt am Hof vermehrt werden können, verwendet werden.
Grubenkraut nach traditionellem Rezept
- 400g Grubenkraut
- 1 Schalotte oder 1 kleine Zwiebel
- 2-3 EL gutes Schweineschmalz
- Grammeln (besonders fein schmecken von Hand geschnittene Wollschwein-Grammeln)
- Salz, Petersilie
Zubereitung:
Zwiebel fein schneiden und im Fett anschwitzen, Grubenkraut in Streifen von ca. 2 x 3 cm schneiden und dazugeben, salzen und mit etwas Wasser ca. 1 bis 1,5 Stunden langsam dünsten. Abschließend Grammeln kurz anrösten und über das Gericht streuen, mit Petersilie garnieren und heiß servieren.
„Der Froihof" liegt in der Region Fischbacher Alpen/Joglland und ist ein Bergbauernhof mit Milchviehhaltung, Schafen, Ziegen, Hühnern und natürlich Grubenkraut - welches aber nicht als klassischer Gemüseanbau sondern vielmehr als Tradition bäuerlicher Selbstversorgung gesehen wird. Nähere Informationen zum Betrieb finden Sie unter www.grubenkraut.at und
www.froihof.at.